HINTER DEN KULISSEN – Werkstatt

I make porcelain – what is your superpower?
Porzellan ist ein gemeines Material, es verzeiht keine Fehler. Vor Staub und Dreck solltest du auch keine Scheu haben.

raw porcelain on top of the kiln

raw porcelain on top of the kiln

getting dirty

moulds

mould

raw porcelain

raw porcelain

moulds

moulds in my cellar

porcelain

my former studio at Albertgasse

my former studio at Albertgasse

my new studio is partly outdoors

porcelain still in the mould

koi ponds - work in progress

koi ponds - work in progress

koi ponds - work in progress

before glazing

christmas stuff

Porzellan ist meine Leidenschaft.
Dies verdanke ich dem weltbesten Lehrer, Hermann Seiser. Er hat mir alles über Formenbau und Porzellan beigebracht. Nicht nur das, er hat mich in einem Sekundenbruchteil durchschaut und mir viel für mein Leben mitgegeben, wie es ein guter Lehrer tun sollte.

Wie stellst du dir eine Porzellanwerkstatt vor?
Sie ist laut und schmutzig, zumindest meine.
Ich höre während der Arbeit gerne laut Musik. Vor allem ist es Nu Metal wie Limp Bizkit. Aber auch The Prodigy und The Sisters of Mercy begleiten mich beim Arbeiten.

Ich verwende flüssiges Porzellan, das vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt wird, bis es die perfekte Konsistenz hat – ähnlich wie ein Palatschinkenteig.

Das flüssige Porzellan wird in Gipsformen gegossen. Ich baue alle Gipsformen selbst. Sie sind in etwa 40, manchmal auch 70 Mal wiederverwendbar. Das erklärt auch, warum viele Serien limitiert sind und nicht mehr nachproduziert werden können, ohne eine neue Form zu bauen. Keramischer Formenbau hat viel mit dreidimensionaler Vorstellung zu tun, da das Stück nach dem Guss entformt werden muss.
Die Gipsform saugt das Wasser aus dem flüssigen Porzellan, bis die Wandstärke z.B. einer Espressotasse perfekt ist. Der Rest wird ausgegossen. Das Entformen ist der schwierigste Teil und braucht viel Erfahrung, eine ruhige Hand, aber auch Entschlossenheit. Verformungen lassen sich nicht korrigieren. Porzellan hat im Gegensatz zu Steinzeug und Ton ein Gedächtnis. Nach dem zweiten Brand kommt die Verformung wieder zum Vorschein.
Die entformten Stücke werden geputzt, auch dieser Schritt ist heikel.

Der Rohbrand dauert in etwa 48 Stunden bei 1035 Grad Celsius. Das Material schrumpft, kann aber jetzt glasiert werden.

Für Porzellan gibt es anders als für Steinzeug und Ton kaum fertige Glasuren. Ich mische sie aus Farbkörpern – chemisch im Wesentlichen Metalloxide. Wie die Farbe im Endeffekt aussieht, weiß ich erst nach dem Glasurbrand. Immer eine Überraschung.

Der Glasurbrand dauert wieder in etwa 48 Stunden bei 1220 bis 1230 Grad Celsius.

Das Wesentliche an einem Brennofen sind die Brennkurven. Im kontrollierten Abkühlen steckt das wahre Geheimnis, wie sich Farben entfalten. Die richtige Brennkurve zu programmieren braucht viel Erfahrung, Experimentierfreude, Frustrationstoleranz und Dokumentation – im Klartext oft einen Schlafsack neben dem Brennofen. Künstlerische Arbeit ist mit viel Technik verbunden.